Für schwangere Asylbewerberinnen kann das Wissen, dass sie ein Kind erwarten, ihr Leben in einem neuen Land noch stressiger machen. Das Land und verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen bieten jedoch Unterstützung für werdende Mütter an, berichtet Mara Bierbach.

Schwangerschaft ist eine besorgniserregende Zeit für jede Frau, aber für Flüchtlingsfrauen, die versuchen, in einem neuen Land Fuß zu fassen, muss sie besonders stressig sein. Nachdem sie in ihrem Heimatland alles hinter sich gelassen haben, sind viele gezwungen, sich auf staatliche Unterstützung zu verlassen. Glücklicherweise bietet der deutsche Staat den meisten schwangeren Frauen eine umfassende Unterstützung. Ebenso können sich Schwangere gegenseitig unterstützen und Zeit verbringen, beispielsweise gibt es viele Sportmöglichkeiten für Schwangere in Berlin.

In den ersten 15 Monaten nach Einreichung der Papiere zahlt der Staat in der Regel nur für die Behandlung akuter Krankheiten und Impfungen der Asylbewerber. Bei schwangeren Frauen ist die Situation jedoch anders. Das Asylbewerberleistungsgesetz schreibt vor: „Schwangere Mütter und Frauen, die vor kurzem entbunden haben, sollen medizinische und pflegerische Hilfe und Betreuung, Hebammendienste, Medizin, Verbände und Heilmittel erhalten.“

Menschen, denen Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt wird oder die seit mehr als 15 Monaten Asyl suchen, erhalten im Wesentlichen die gleiche medizinische Versorgung wie Deutsche, die die medizinischen Kosten einer Schwangerschaft übernimmt. Wenn jemand seine Gesundheitsversorgung nicht bezahlen kann, weil er kein Einkommen und Vermögen (oder nur sehr wenig) hat, übernimmt der Staat die Gebühr.

Das Wichtigste wird vom Staat abgedeckt“.
„Die Rechtslage ist recht komfortabel“, sagte Stephanie Berrut dem DW. Sie leitet das Bonner Chapter von pro familia, einem gemeinnützigen Verein, der Frauen bei der Familienplanung unterstützt. „Das Wichtigste in Bezug auf die Gesundheit während der Schwangerschaft und der frühen Kindheit wird durch den Staat abgedeckt, wie z.B. pränatale Untersuchungen, Geburts- und Impfungen für das Baby.“

Viele Asylbewerber haben jedoch aufgrund von Sprachbarrieren oder weil sie mit dem deutschen Gesundheitssystem und bürokratischen Verfahren nicht vertraut sind, Schwierigkeiten, die richtige Unterstützung zu finden. Sie empfiehlt, sich an ein lokales Büro von Organisationen zu wenden, die schwangere Frauen unterstützen, wie z.B. pro familia, weil sie bei der Einrichtung von Arztterminen und der Einreichung von Unterlagen helfen können. Viele dieser Organisationen bieten ihre Dienstleistungen nicht nur in deutscher, sondern auch in einer Vielzahl anderer Sprachen an.

Für Migranten, die nicht beim Staat registriert sind, kann der Zugang zur Gesundheitsversorgung oft viel schwieriger sein. Sie sind weitgehend auf die Hilfe von Wohltätigkeitsorganisationen wie den sogenannten „Medibüros“ angewiesen. Dieses Netzwerk hilft Menschen ohne Papiere, Zugang zu kostenlosen Gesundheitsterminen zu erhalten. Auch Wohltätigkeitsorganisationen für schwangere Frauen in Not bieten oft kostenlose Basis-Checks an. Bei pro familia in Bonn kommt regelmäßig ein Gynäkologe in die Einrichtungen, um Frauen ohne Zugang zur Gesundheitsversorgung zu helfen.

Aber was ist, wenn du das Kind nicht behalten willst?

Für schwangere Frauen in Deutschland, die das Kind nicht behalten wollen, gibt es zwei Möglichkeiten: eine Abtreibung vorzunehmen oder das Baby zur Adoption aufzugeben.

Abtreibungen sind in Deutschland innerhalb der ersten 12 Wochen nach einer Schwangerschaft legal. Drei Tage vor dem Eingriff müssen Frauen zu einer staatlich anerkannten Beratungsstelle gehen. Abtreibungen sind über die 12. Woche hinaus legal, wenn das Tragen der Schwangerschaft ein ernsthaftes Risiko für die körperliche oder geistige Gesundheit der Frau darstellt (bei psychischer Gesundheit ist dies beispielsweise der Fall, wenn die Schwangerschaft das Ergebnis einer Vergewaltigung ist). Wenn eine Frau nicht über ausreichende Mittel verfügt, um eine Abtreibung zu bezahlen, übernimmt der Staat die Kosten.

Wenn eine Frau ihre Schwangerschaft austragen will, aber das Kind nicht behält, kann sie die Rechte und Pflichten der Elternschaft verwirken und ihr Kind zur Adoption freigeben. Organisationen, die schwangere Frauen beraten, wie z.B. pro familia, können auch dabei helfen, das Adoptionsverfahren oder die Abtreibungsvorschriften zu steuern. (Es sei darauf hingewiesen, dass mit der katholischen Kirche eng verbundene Wohltätigkeitsorganisationen wie die Caritas Frauen, die Abtreibungen aus religiösen Gründen anstreben, in der Regel nicht unterstützen, obwohl sie Frauen während der Schwangerschaft oft sehr unterstützen.